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Willkommen an Bord...

Nach drei Wochen Zwangspause wegen schlechten Wetters und Krankheit (nur eine Erklärung, keine Schweinegrippe ;) ) hatte ich für heute die gute PA 28 reserviert.

Die Vorhersage war leider nicht wirklich erfreulich... heute Nacht hatte es zum ersten Mal in diesem Jahr geschneit und Schnee war auch für den heutigen Tag angesagt.

Im Laufe des Tages besserten sich jedoch die Prognosen und am Platz sah das Wetter dann auch deutlich besser aus. Die Bedingungen schienen zumindest für einen kurzen Rundflug gut geeignet.

Also stand dem ersten "echten" Passagierflug nichts im Wege. Meiner besten Freundin hatte ich schon vor Monaten versprochen, dass Sie der erste "Fußgänger" sein dürfe, der sich von mir pilotieren lassen würde.

Nach einer kurzen Einweisung (ich hatte ja die letzten Wochen schon genug Gelegenheit sie mit der Material ausführlichst vertraut zu machen) ging es dann los. Die Piste 08 war in Betrieb, also erstmal dorthin rollen, auf die Bahn, beschleunigen, rotieren und ... ah schön ... abheben.

Wir flogen dann nur eine kleine Runde Richtung Süden über die schneebedeckten Felder. Das Landschaftsbild war doch völlig anders als gewohnt: Autobahnen lassen sich besser erkennen, der Rest sieht dafür recht monoton aus. Aber in der vertrauten Umgebung des Platzes sind die alten Bekannten doch gut auszumachen.

Als das Wetter von nordost her nicht so besonders toll aussah, kehrten wir zurück in die Platzrunde zur Abschlusslandung.

Nach gut gelungener Landung und dem obligatorischen "Halle auf, Flieger wischen, Flieger rein, Halle zu"-Prozedere war dann bei einem Kaffee noch Zeit etwas mit Fliegerkollegen zu quatschen.

Meiner Freundin hat es - so sagt sie zumindest :) - sehr gut gefallen. Sie war auf jeden Fall so mutig ohne Murren in die Maschine einzusteigen und hat sich keine Anspannung anmerken lassen. Ich für meinen Teil war in den Minuten bis um Anlassen schon ein klein wenig nervös und darauf bedacht alle Checks noch etwas gewissenhafter als sonst durchzuführen.

Für den nächsten Passagierflug habe ich mir vorgenommen noch etwas mehr vor allem zur Landschaft und Navigation zu erklären. Ich erinnere mich gerade an meinen Erstflug und daran, dass die Orientierung tatsächlich alles andere als einfach war.

Unterm Strich trotz kurzer Flugzeit ein sehr schöner Tag. Mal sehen, wann die nächsten schönen Wintertage kommen...

Tag 33 - 3/217 Große Runde

Heute stand nun ein größerer Dreiecksflug an, wie ich sie auch im Rahmen der Ausbildung im Alleinflug fliegen muss. Von Mainz aus durch die Kontrollzone von Frankfurt Hahn über Echo und Whiskey nach Trier zur Zwischenlandung, anschließend nach Siegerland und von dort über den Taunus zurück nach Mainz.

Natürlich sah das Wetter nicht wirklich optimal aus, aber daran hatte ich mich inzwischen nun schon gewöhnt. Ich war eine Stunde vor dem FI am Platz und hatte ausreichend Zeit, um die Maschine zu checken und zu tanken, sodass wir nach seinem Eintreffen nach kurzer Vorbesprechung direkt loslegen konnten.

Die ersten Legs liefen recht ruhig, dann jedoch wurde es etwas turbulenter und gerade am Hahn war es schon etwas Schaukelei, was das genaue Halten von Kurs und Höhe doch recht schwierig gestaltete.

Der Funk mit Hahn Turm war unproblematisch. Etwas irritierend war nur, dass eine andere PA28 mit ähnlichem Rufzeichen kurz vor uns ebenfalls die Kontrollzone durchfliegen wollte und man recht genau zuhören musste.

Echo habe ich ganz gut gefunden, danach sollte ich eine Meile vor dem Platz melden und erhielt danach die Freigabe zum Queren der Piste. Anschließend ging es dann über Whiskey aus der Kontrollzone heraus. Letzterer war etwas schwieriger zur finden und liegt in einem Waldstück vor der Mosel.

Trier kam dann doch deutlich schneller in Sicht als ich erwartet hatte. Die Landung passte dann soweit ganz gut und nach dem obligatorischen Zahlen der Landegebühren ging es dann weiter nach Siegerland.



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Spätestens hier musste ich feststellen, dass sich die Mosel navigatorisch nicht wirklich gut nutzen lässt. Einerseits fürchte ich, dass man sich doch recht schnell mal verzählt oder verschätzt und die falsche Schleife zu Navigation verwendet, andererseits ist die Mosel zwischendurch "überall", sodass man doch den Überblick verliert. Besser sind hier Autobahnen und Bahnstrecken. Und natürlich das GPS, das wir ebenfalls an Bord hatten.

Im Anflug auf Siegerland hatten wir dann schon einige Turbulenzen und es rumpelte schon ziemlich.



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Den Rückflug hatte ich eigentlich über das Taunus-VOR geplant, wir haben dann aber doch das GPS genutzt, um auch das geübt zu haben.

Ansonsten war der Flug nach Mainz recht unspektakulär über Limburg, Taunusstein, rechts an der Hohen Wurzel vorbei über Martinsthal und den Rhein.


Mal wieder einige Hinweise für mich selbst:

  • Bei Hahn Turm etwa über Simmern melden.

  • Echo ist recht gut zu finden. Südlich der Bundesstraße liegt Kirchberg. Nördlich davon ist ein Waldstück, davor ein Industriegebiet mit einigen Hallen. Dort liegt der Plichtmeldepunkt

  • In der Platzrunde EDRT sind die Rastplätze für Queran- und abflug gute Orientierungspunkte

  • In Siegerland zahlt man in der Tankstelle neben der Feuerwache :)

  • Nach Start in EDGS über die 31 recht bald nach der Ortschaft nach links eindrehen und direkt nach der Bundesstraße in den Gegenanflug. Die Bundesstraße unters linke Rad. Eigentlich genau wie auf der Anflugkart ;)

  • In Martinstal steht am Ortsausgang ein Kloster, das eher wie ein normales Gebäue ausschaut. Das ist genau der Eckpunkt der Kontrollzone Wiesbaden.




Tag 32 - 11/214 Piper-Solo

Ich melde mich zurück aus dem Urlaub. Nach einer sehr erholsamen Woche in Dänemark stand für heute eigentlich endlich wieder eine größere Tour an. Eigentlich deshalb, da es, man kann es schon erahnen, mal wieder nicht klappen sollte.

In der Flugvorbereitung hatte ich die Route Mainz - Reichelsheim - Aschaffenburg - Walldüren - Mainz geplant. Also einige Schreibarbeit ... doch schon gestern Abend hatte sich abgezeichnet, dass der Flug recht unwahrscheinlich werden würde: Eine recht ausgeprägte Kaltfront zieht von Westen her übers Land und sollte mächtige Gewitter, Sturmböen, Regen und Turbulenzen bringen; also das volle Programm.

Nun, heute morgen sah die Wetterlage nicht besser aus und nach Rücksprache mit dem FI fiel die Entscheidung zumindest einen Lokalflug und ein paar Platzrunden zu versuchen.

Am Platz machte ich zunächst die Maschine fertig und wir flogen sechs Platzrunden. Es waren schon wieder über zwei Wochen seit dem letzten Flug vergangen und das merkte man. Doch bei den drei letzten Runde klappte dann endlich soweit, dass ich zufrieden war. Der Schlüssel liegt, vielleicht noch etwas mehr als bei der Cessna, in der Einteilung. Auch wenn ich es schon öfters geschrieben habe und die Schritte inzwischen weitestgehend "automatisch" ablaufen, möchte ich mich wiederholen, um es nochmals zu verinnerlichen:

  • Im Gegenanflug: Fuelpump on, Vergaservorwärmung, 2000 RPM, Klappe 1, 80 KIAS

  • Nach dem Eindrehen in den Queranflug: Klappe 2, Gas weiter reduzieren (so ca. 1700-1800 KIAS). Sinken mit ca. 400 ft/min

  • Eindrehen in Endanflug, Klappe 3, 80 halten, Gas reduzieren, vor der Bahn Gas in Leerlauf

  • Abfangen, ausschweben, butterweich aufsetzen ;)


Nach einer Pause und einer weiteren Platzrunde mit dem FI stieg selbiger aus und meinte, dass es mal Zeit für ein Solo in der PA 28 wäre.

Die drei Platzrunden klappten trotz etwas turbulenterer Luft prima. Bei der zweiten Landung bin ich etwas zu langsam angeflogen, passt aber.

Ich glaube nun das richtige Gefühl für die Maschine bekommen zu haben. Das geht wohl wirklich nur durch die Solo-Erfahrung.

Mit dem FI ging es dann nochmal nach Bad Sobernheim. Die Navigation nach Sicht klappte gut und ich fand den Platz auf Anhieb.

Nach einem tiefen Überflug ging es dann zurück nach Mainz. Die Abschlusslandung passte auch und ich stellte die Maschine vor der Halle ab, danach noch "Endreinigung" und Buchführung.

Alles in allem bin ich sehr zufrieden und das Wetter hat wider Erwarten doch eingermaßen mitgespielt. Am Freitag gehts weiter...

Hier noch ein paar kleine Impressionen.

... hier nehmen die Passagiere Platz ...




... und hier die Schuhe des Luftfahrzeugführers.


Tag 31 - 8/203 Miese Aussicht

Heute sollte endlich wieder eine Strecke auf dem Plan stehen und auch meine Freundin wollte die Reise mitmachen. Vorbereitet habe ich eine kleine Runde nach Egelsbach und Aschaffenburg, anschließend zurück über das RID VOR.

Doch wie in den letzten Wochen auch, spielt das Wetter mal wieder nicht mit. Also: Passagier zu Hause lassen und die Flugvorbereiten unter dem Kapitel "Trockenübung" abhaken. Doch der FI gibt etwas Hoffnung, dass zumindest einige Platzrunden möglich sein sollten und so mache ich mich, wenn auch allein, doch noch auf den Weg nach Mainz.

Als Fluggerät haben wir für heute die PA-28 gebucht und der Plan ist, zunächst einige Platzrunden, Ziellandeübung und dann nach Westen und schauen, was das Wetter zulässt.

Die Ziellandungen sind leider nicht ganz optimal und die anschließenden Außenladeübungen sind auch eher ein grober Versuch. Die Einteilung ist sozusagen nicht wirklich gelungen und wir müssen durchstarten ... etwas Frustration macht sich bei mir breit.

Zurück am Platz beschließen wir dann, es nach einer kurzen Pause nochmal zu versuchen.

Uns so kommt es dann auch. Zunächst noch zwei Platzrunden und anschließend zwei Ziellandungen. Das Ganze klappt deutlich besser: Die Einteilung passt ganz gut, wobei die Variante des Dreiecks mir besser zu liegen scheint, als eine kurze Platzrunde.

Also kurz zusamengefasst die PA-28 Version der Ziellandung:

  • Über der Bahn Vergaservorwärmung, Gas raus, Fuelpump on.

  • Austrimmen auf 70 KIAS und recht bald Klappen auf Stufe 1.

  • Nicht im rechten Winkel von der Piste weg, sondern grob mit 45 Grad. Vorteil: Die Piste bleibt im Blick

  • Nach gut 500ft (hängt natürlich vom Wind ab) weitere 45 Grad einkurven und danach die Klappen auf Stufe 2.

  • Jetzt die Sinkrate abschätzen und ein Gefühl bekommen, ob die Höhe zur Entfernung passt und die Piste erreichbar ist.

  • Nun den Winkel und damit den Abstand zur Piste vergrößern oder verkleinern.

  • Dann eindrehen in den Endanflug. Mit der dritten Stufe lässt sich dann der Gleitpfad bei Bedarf noch anpassen.

  • Dann "nurnoch" abfangen, ausschweben und punktgenau aufsetzen ;)


Soweit zumindest mal mein Eindruck. Interessanterweise habe ich auf der Piper wieder eine "Links-Tendenz" beim Ausschweben, die ich bei der C150 eigentlich im Griff hatte. Das ist merkwürdig und muss wohl noch etwas bearbeitet werden.

Fazit: Ziellandungen üben, für Außenlandungen die Einteilung mal durchdenken ... rechtes Seitenruder treten... und hoffen, dass ich auch mal wieder bei gutem Wetter fliegen darf.

Hier noch einige Wetter-Eindrücke (Quelle: DWD, 08.08.2009)




Tag 28 – 9/186 Landungen – Neues Muster

Heute steht eine Neuerung auf dem Programm: Einweisung und Flug auf einer PA28. Doch der Reihe nach…

Zunächst vorweggeschickt: Die vereinsinterne „Vorprüfung“ in der Theorie ist überstanden. Nächster Schritt ist nun die Theoretische Prüfung. Ich hoffe, der Prüfungstermin wird bald mitgeteilt…

Nun zum Tag selbst. Wetterlage: Labile Luft, im Süden ist einiges los und für den Nachmittag sind Gewitter gemeldet.
Zunächst stehen zwei Platzrunden mit dem FI auf der 150er auf dem Plan. Danach noch drei Solo-Platzrunden. Das alles klappt ohne besondere Vorkommnisse ganz gut. Die Landungen können natürlich immer weiter verfeinert werden, aber Übung macht den Meister.

Danach gibt’s zunächst eine vermeintlich kurze Pause. Denn nach dem Mittagessen fängt es erstmal richtig an zu regnen. Wir nutzen die Zeit für eine Vorbesprechung anhand des Flughandbuchs. Danach verabschiedet sich auch der Regen und wir können endlich zur Maschine. Eine Piper PA28-161 Warrior III, die „kleinere Schwester“ der Archer III aus dem Dezember Motivations-Flug.

Zunächst sichten wir das Cockpit. Das schaut etwas moderner aus und das Steuerhorn vermittelt das Gefühl nun in einem etwas größeren Fluggerät zu sitzen. Änderungen gegenüber der C150 sind grob zusammengefasst: Elektrischer Primer, eine elektrische Fuelpump (wir haben ja nun einen Tiefdecker) und einen Tankwahlschalter, ein GPS, Sicherungsautomaten, einige Statuslämpchen sowie manuell betriebener Klappen.




Wissen muss man noch, dass es ein Alternate Air Ventil quasi unsichtbar unter dem Panel sowie zwei Ventile zur Entwässerung des Statiksystems links vom Pilotensitz gibt.

Nun geht’s raus. Der Tankfüllstand lässt sich nun ohne Akrobatik einsehen und der Sprit nach dem Drainen direkt wieder in den Tank kippen :) Danach ein Blick unter die Cowling, Rundgang um die Flächen, Fahrwerk, Pitotrohr, Leitwerk. Danach zurück ins Cockpit und die Maschine nach Checkliste in Betrieb nehmen.
Wir rollen zur 08, auf die Bahn und starten. Ich habe das Gefühl, dass sich die Maschine etwas einfacher fliegen lässt, als die 150er, allerdings verhält sie sich auch etwas träger. Trotzdem wirklich cool. Wir fliegen zunächst Richtung Westen auf 3.000ft. Vollkreise mit unterschiedlichen Querneigungen nach rechts und links. Danach Überziehen und Recovern mit und ohne Gas sowie mit unterschiedlichen Klappenstellungen . Anschließend geht es zurück Richtung Platz und wir drehen noch vier Platzrunden.



Die Landung ist etwas kniffliger als bei der Cessner. Bei der ersten ziehe ich beim Abfangen etwas zu stark und die Maschine will direkt wieder steigen. Das geht auch besser. Die nächsten Anflüge sind dann etwas besser, aber noch nicht perfekt. Das üben wir nächstes Mal noch etwas :)
Inzwischen ist es fast vier Uhr und wir waschen beim inzwischen wieder herrschenden Sonnenschein die Maschinen und verstauen beide in der Halle.

Es bleibt der Eindruck eines spannenden Tages mit neuen Eindrücken und dem Gefühl möglichst schnell in die Luft zu kommen.